Werkstatt für schwarze Kunst

 

Schwarze Kunst – so wird die Tätigkeit all jener bezeichnet, die sich ganz und gar den beweglichen Lettern und dem Buchdruck verschrieben haben. Insbesondere gilt das natürlich für die Zunft der Setzer und Drucker. „Schwarz“ wird die Kunst deshalb genannt, weil die Druckfarbe primär schwarz ist.

Um sich „Jünger der Schwarzen Kunst“ oder „Jünger Gutenbergs“ nennen zu dürfen, müssen Angehörige dieser Berufe nach Abschluss ihrer Gehilfenprüfung noch gegautscht, also in einen mit Wasser gefüllten Bottich „geworfen“ werden. Dieser Akt begründet die Aufnahme in den Gesellenkreis, der regelmäßig im Arkadenhof des Ratzenhofener Schlosses gefeiert wird.

Als traditionsreiches Druckhaus sieht sich die Familie Pinsker der Schwarzen Kunst verpflichtet. Seit 1879 setzen und drucken wir mittlerweile in der fünften Generation – zu jeder Zeit immer auf dem neuesten Stand der Technik.

2010 lebt die ursprüngliche, vergessene Technik wieder auf. Statt Web-to-print, Indesign, Apple-Workstations, Prinect-Workflow, Computer-to-plate, Speedmaster und Image-Control sind nun wieder 160 Blei- und 35 Holzschriften, eine Abziehpresse, drei Boston-Tiegel und viele sehenswerte Unikate aus vergangenen Zeiten ins Stammhaus in der Gabelsbergerstraße in Mainburg eingezogen.

 

 

Bedeutende Einzelstücke aus der Produktion bis Ende der 70-er Jahre, Raritäten mit Familienhistorie, interessante Fundstücke aus jahrelanger Sammlertätigkeit wurden jetzt zu einer privaten, druckhistorischen Sammlung zusammengestellt – stilecht und mit viel Liebe zum Detail arrangiert.

Aber das alles ist nicht nur zum Anschauen – damit wird gearbeitet: In der Werkstatt für Schwarze Kunst entstehen exklusive Einladungen, Plakate, Menükarten, Briefbogen, Visitenkarten, … gesetzt und gedruckt in der Technik, die Mitte des 15. Jahrhunderts der Mann des Jahrtausends erfand: in der Technik Johann Gensfleischs zur Laden, genannt Johannes Gutenberg.

In der Werkstatt für Schwarze Kunst taucht man ein in eine einzigartige Atmosphäre, über die viel Interessantes und Amüsantes zu berichten ist.

1976 hat Horst Pinsker seine Gehilfenprüfung noch im Bleisatz abgelegt. Nun nimmt er nach vielen Jahren wieder Winkelhaken, Pinzette und Ahle zur Hand, fügt Buchstaben für Buchstaben zusammen und druckt kleine, aber feine Auflagen für besondere Anlässe.

Wir wollen damit an die Wurzeln unseres Gewerbes erinnern und dem Nachwuchs an Schwarzkünstlern das Basiswissen in sauberer Typografie vermitteln.

Gott grüß’ die Kunst!